Lean Startup – Validated Learning

lean_startup_validated learningEin Lean Startup soll Wissen in einem hochgradig unbekanntem Umfeld sammeln und dies möglichst schnell und effizient. Aber wo hört Glauben auf und wo fängt Wissen an? In dem Beitrag „Wissen und Glauben“ bin ich bereits auf diese Problematik eingegangen und habe aufgezeigt, dass auch Split Tests (A/B- oder multivariate Tests), uns nicht zwingend und direkt Wissen oder gar die Wahrheit bringt. Hier muss aus meiner Sicht auch ein zentraler Kritikpunkt beim Lean Startup ansetzen, denn so wissenschaftlich die Methode auch wirken will, gerade in komplexen, unbekannten Umfeldern wird der Grad zwischen Wissen und Glauben immer ein schmaler bleiben.

Ich habe genau diesen Punkt in wirklich jedem einzelnen meiner Projekte (im negativem Sinne) intensiv erleben dürfen. Ich habe mehrfach erlebt, wie Testergebnisse schlicht ignoriert wurden. Wenn es an die eigene Wahrheit, die eigene Sicht auf die Welt geht, dann hört der Spaß bei vielen auf. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum disruptive Innovation nicht selten durch Personen initiiert wird, die eigentlich Branchenfremd sind. Für diese ist es einfacher mit einem „neuen“ Weltbild zurecht zu kommen, weil sie kein altes kennen. Wenn man aber schon lange in einer Branche arbeitet und zumindest meint zu wissen, wie das Geschäft läuft, dann fällt es mitunter sehr schwer sich einer neuen Realität zu stellen.

Das Prinzip validated learning aus dem Lean Startup nach Eric Ries ist somit aus meiner Sicht vor allem ein sehr hoher Anspruch an den Umgang mit gesammelten Daten.

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