Es kann nur Einen geben!?

Im (Geschäfts-)Leben hört man nur allzu häufig Berichte über die Unzulänglichkeiten und Unfähigkeit der Anderen. Da sind die Agenturen, die jeden Trend verkaufen und nur Kosten ohne Nutzen bringen. Da sind die Kunden, die einfach nicht verstehen wollen, was sie eigentlich bräuchten. Da ist der Vorstand, der nur fragwürdige Entscheidungen trifft. Da sind die Mitarbeiter, die immer nur den eigenen Nutzen im Visier haben. Schuld haben also immer die Anderen, man selber aber natürlich nicht. Wenn alle damit Recht haben, dann hat am Ende irgendwie keiner Recht bzw. alle hätten sich gegenseitig bewiesen, dass sie keine Ahnung, davon aber reichlich haben. Nun lassen sich sicherlich viele Beweise dafür finden, dass dies in Summe auf die Menschheit zutreffen könnte. Aber es bleibt ein logisches Problem bestehen, denn jeder einzelne in dem System findet sich selbst ja durchaus fähig. Aber eben dies würde nicht stimmen, hätten alle recht. Dieser Gedanke führt uns also in eine Sackgasse. Die Lösung des Problems besteht darin, dass genau nur einer weiß, wo es wirklich lang geht. Irgendwo müsste also eine Art Übermensch existieren. Das stellt uns dann insofern vor eine handfeste praktische Herausforderung, als dass 99,99999…% von uns quasi nicht zu gebrauchen sind, denn es kann ja nur Einen geben.

Jeder, der in sich so etwas wie einen leisen Zweifel aufkommen spürt, dass er vielleicht doch nicht der Eine, der Unfehlbare ist, sollte an dieser Stelle dazu übergehen, sich als Teil der 99,99999…% fehlerbehafteten Normalos zu akzeptieren und mit all den anderen daran zu arbeiten, möglichst gute Ergebnisse zu erzielen. Sich also nicht fragen, warum die anderen so schlecht sind, sondern fragen, was man selber dazu beitragen kann, um gemeinsam besser zu werden! Dann werden Sachen möglich, die vorher nicht möglich waren. Vielleicht fangen sogar alle an, am gleichen Strang zu ziehen und Spaß an der gemeinsamen Arbeit zu haben – sogar über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg! Das agile Manifest hat dies insbesondere mit der Betonung von Individuen und Interaktionen über Prozesse und Werkzeuge
, von Zusammenarbeit mit dem Kunden über Vertragsverhandlung und von 
reagieren auf Veränderung über das Befolgen eines Plans zu drei der vier Kernwerte gemacht. Gelingt es uns, diese Wert mit Leben zu füllen, dann sind wir schon auf einem ganz guten Weg, um mit unserer eigenen Fehlbarkeit zurecht zu kommen.

Und für alle, die nach wie vor denken, dass sie der oder die Unfehlbare sind: nutzt Eure unglaubliche Macht und tut doch bitte einfach so, als ob ihr auch nur einer von uns seid! Danke! 

Ein Gedanke zu „Es kann nur Einen geben!?

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