Teamarbeit ist was für Rockstars

Kürzlich erschien ein Artikel auf spiegel online unter dem Titel „Teamarbeit macht faul und unglücklich“. Dort ist zu lesen: 

„Erklären lässt sich das mit unserem Bedürfnis nach Kontrolle und Anerkennung: Fließt meine Arbeit in ein Gruppenergebnis ein, dann kann ich dieses Ergebnis weniger kontrollieren, als wenn ich allein arbeite. Und ich muss mir die Anerkennung mit anderen teilen. Das zerstört die Motivation.“

Schön ist auch der Tipp, der Leuten gegeben wird, die bei einem ‚Teamfetischisten’ arbeiten müssen:

„Sie ruhen sich schön aus – aber Nichtstun kann ja auch ganz schön anstrengend sein, denn man weiß nie, wann man fertig ist. Oder Sie wollen sich Ihre Motivation erhalten. Dann bestehen Sie innerhalb des Teams unbedingt auf eine Aufgabe, deren Erledigung einzeln messbar ist.“

Hier wird ein sehr klassisches Bild von Arbeit unterstellt. Arbeit besteht hier in der Ausführung gestellter Aufgaben, losgelöst von den eigenen Fähigkeiten. Motivation wird durch die Anerkennung messbarer Leistung geschaffen. Klingt nach einem Manager-Traum und einem Menschen-Albtraum.

Wie wäre es, wenn wir aber unterstellen, dass jemand aus seiner Arbeit selbst Motivation ziehen kann? Jemand der sein Handwerk und sich als Profi versteht, für den stellen Qualität und Praxis der eigenen Fähigkeiten innere Werte dar. Aus der Frage nach der messbaren Leistung zu einem extern definierten Ziel muss dann die Frage nach der richtigen Aufgabe zu den eigenen Fähigkeiten und Begabungen werden.

rockstarsDas beste Stück Teamarbeit, das ich als Zuschauer erleben durfte, war ein Konzert von Bruce Springsteen mit der E-Street Band. Hier haben sich Musiker getroffen, die gemeinsam etwas erschaffen haben. Jeder konnte spielend und genau im richtigen Moment zwischen Solo und Begleitung umschalten. Im Zentrum stand das gemeinsame Werk, nicht der einzelne Musiker, obwohl oder gerade weil hier exzellente Profis am Werk waren. Wie aber ließe sich in diesem Beispiel der Leistungsbeitrag des Einzelnen im Vergleich zu seinem Maximum messen? Ist ein Solo mehr Leistung als im Backgrund zu spielen? Ganz sicher nicht! Das Problem ist hier schon die Frage. Wenn man die Messbarkeit der individuellen Leistung für die eigene Motivation braucht, dann spielt man erstens in der falschen Band und hat zweitens das falsche Instrument gewählt. Teamarbeit ist halt was für echte Rockstars!

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