Gegenüberstellung von Scrum Board und Kanban Board

Boards dienen der Transparenz. Sie zeigen den Arbeitsprozess und die zu erledigenden Aufgaben. Sowohl Scrum als auch Kanban Teams verwenden diese Boards, auch wenn Scrum dies zumindest nicht vorschreibt. Zu wissen, was es tun gibt, in welchen Status sich die Arbeit befindet und wer an was arbeitet, ist immer hilfreich. Worin aber unterscheidet sich ein Scrum Board von einem Kanban Board?

Scrum als Kadenz, Kanban als Fluss

Boards sind sowohl für Scrum als auch bei Kanban nur ein Mittel zum Zweck. Um den Unterschied zwischen den Boards zu verstehen, muss man die Unterschiede in den Methoden verstehen. Einer der sehr zentralen Unterschiede,  der sich auch deutlich in den Boards zeigt, ist die Steuerung über die Zeit. Während Scrum mit definierten Kadenzen, d.h. einer zeitlichen Taktung arbeitet, legt Kanban den Fokus auf einen kontinuierlichen Fluss der Arbeit.

Das Scrum Board

Scrum funktioniert über Kadenzen, d.h. eine klare, festgelegte zeitliche Taktung. Bei Scrum wird diese als Sprint beschrieben. Ein Sprint ist ein fester Zeitraum, in dem das Team seine im Sprint Backlog festgelegten Ziele abarbeiten kann. Nach jeder Kadenz, d.h. nach jedem Sprint, wird der Sprint Backlog neu definiert. Alle bestehenden Aufgaben werden vom Scrum Board entfernt und durch die neuen Aufgaben ersetzt.

Zum Start eines Sprints sieht ein Scrum Board zum Beispiel so aus:

Scrum Board - Sprint Beginn
Scrum Board – Sprint Beginn

Alle Aufgaben, hier als unbeschriebene, rosa Post-Its dargestellt, hängen auf der linken Seite. Die Spalte ToDo stellt den Sprint Backlog dar. Im Laufe des Sprints wandern diese Aufgaben nun von links nach rechts, d.h. von ToDo über Doing in Done. Zur Mitte des Sprints könnte das Scrum Board so aussehen:

Scrum Board - Sprint Mitte
Scrum Board – Sprint Mitte

Am Ende eines idealen Sprints sind dann alle Aufgaben erledigt und hängen entsprechend in der Spalte Done:

Scrum Board - Sprint Ende
Scrum Board – Sprint Ende

Mit Beginn des nächsten Sprint wird das Board von allen Aufgaben befreit und wieder neu befüllt. Die nächste Kadenz startet.

Das Kanban Board

Kanban arbeitet im Kern nicht mit festen Kadenzen, sondern versucht den kontinuierlichen Fluss der Arbeit zu optimieren. Damit sieht das Kanban Board zu unterschiedlichen Zeitpunkt im Prinzip immer gleich aus:

Kanban Board - Zeitpunkt 1
Kanban Board – Zeitpunkt 1
Kanban Board - Zeitpunkt 2
Kanban Board – Zeitpunkt 2
Kanban Board - Zeitpunkt 3
Kanban Board – Zeitpunkt 3

Die konkreten Aufgaben wandern dabei natürlich durch das Kanban Board, d.h. von Spalte zu Spalte. Für die einzelne Karte besteht hier also kein Unterschied zwischen Scrum und Kanban. Betrachtet man aber die Spalten in Summe, wird der Unterschied der Methoden deutlich. Das Kanban Board stellt den gewünschten Fluss auch bildlich dar.

Das Board als Spiegel der Methode

Auf den ersten Blick können ein Scrum und ein Kanban Board gleich aufgebaut sein. Zu einem konkreten Zeitpunkt können beide Boards sogar identisch aussehen. Über die Zeit betrachtet, erkennt man jedoch unterschiedliche Muster zwischen den beiden Ansätzen. Diese Muster bilden die unterschiedlichen Konzepte von Kadenz und Fluss ab. Weder ein Scrum Board noch ein Kanban Board formen die Arbeitsweise von alleine. Die Teams müssen das Prinzip von Kadenz und Fluss verstehen und sich für einen dieser Ansätze entscheiden. Das Board ist nur ein Spiegel der Arbeitsweise.

Kommentar verfassen